„Traumfrauen“ im echten Leben

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das Einzige, was an diesem Film gut war, waren die Schuhe. So ein Klischee!

Ja, ja, ich weiss, eigentlich sollte ich mir das schon von Anfang an nicht antun, aber irgendwas muss man ja tun. Ich hab’ mir „Traumfrauen“ angesehen. Wer ihn auch sehen und meinen Rant zu 100% verstehen möchte, kann ihn sich auf Netflix in voller Länge ansehen, den Trailer gibt’s hier:

https://www.youtube.com/watch?v=9GSPrC7eyCQ

Leider ist der Film mehr als realitätsfremd – und obwohl ich mir bewusst bin, dass man in Filmen nicht immer die Realität sehen will, finde ich dennoch, dass auch die Realität durchaus viele komische Momente zu bieten hätte und vor allem finde ich es schade, dass es nun einfach noch einen Film mehr gibt, in denen die Situationen, in denen sich Frauen befinden, einfach erlogen werden. Wie wär’s mal mit was echtem? Dann könnten so viele Menschen aufhören, Klischees zu füttern. Es nervt nämlich gewaltig.

Deswegen hier meine Meinung, wie es im echten Leben wahrscheinlich ausgegangen wäre:

– Leni wird verlassen, bzw. betrogen und verlässt dann ihren Freund, besäuft sich, geht mit dem Sänger ins Hotel, hört danach mehr von ihm und den anderen Typen sieht sie einfach nur noch gelegentlich im Kaffee, dann jedoch in unangenehmer Stille.

– Hannah lässt sich von dem Typen wie der letzte Dreck behandeln und kotzt im Club, danach geht sie nicht mehr zur Arbeit, weil es ihr peinlich ist und kriegt (hoffentlich!) ihr Leben einfach mal auf die Reihe. Die Szenen am Anfang sind sowieso schon hart genug zu ertragen. Wie kann man sich nur so vor einem solchen Arschloch erniedrigen? Hoffentlich realitätsfremd!

– Vivienne hat mit dem Typen mit den 1000 Hunden einen ONS, nimmt die Pille danach und der Typ meldet sich nie wieder.

– Margaux wird von ihrem Ehemann verlassen, hat vielleicht nochmal eine Affäre mit ihm und schwärt dann den Männern ab. Ausserdem ist man nicht immer perfekt geschminkt. Nicht wenn man aus dem Koma aufwacht und vorzugsweise auch dann nicht, wenn man sich Augencrème aufträgt!!

So läuft’s im richtigen Leben – wenn’s glimpflich ausgeht. Der Typ mit den Hunden hätte unter Umständen auch einfach ein creepy Guy sein können und sie zu irgendwas zwingen, das sie gar nicht wollte – oder vielleicht wäre auch einfach der Sex schlecht gewesen. Was jedoch auf keinen Fall passieren würde: Dieser „Wir machen jetzt eine Familie“-Scheiss am Ende. Dass Vivienne, vielleicht von einem Typen schwanger, den sie einmal in ihrem Leben gesehen hat, diesen aufspürt (in fucking Berlin, einfach so) und dann mit ihm heftig knutschend beschliesst, eine Beziehung zu führen – welcher normale Mensch tut das? Kein einziger.

Und von der Szene mit den drei Männern und Lena zum Schluss will ich gar nicht anfangen.

Fuck. Ich würde so unglaublich gerne mal einen Film mit so vielen Frauenrollen sehen, der nicht so verfickt klischiert ist. Ein Film, in dem Frauen einfach MENSCHEN spielen und nicht hoffnungslos romantisierte Kackscheisse verfilmen.

Ich kenne nur GIRLS. Gibt es Alternativen?

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Manchmal hilft das Internet doch

Es gibt immer wieder Momente im Leben, in denen ich mich frage, was das eigentlich alles soll. Zum Beispiel heute, gerade vorhin. Auf dem Weg zum Abendessen bei den Eltern meines Freundes, während dem Essen, beim Auf den Bus Warten danach – nichts drang wirklich zu mir durch, alles zog vorbei, wie Regen am Zugfenster. Ich habe mich derweil irgendwo in mir drin verkrochen und suhle im Selbstmitleid, suche nach Gründen für meine schlechte Laune. Frage mich, warum ich denn nicht einfach glücklich bin, was genau mir denn fehlt, wo der Hund begraben liegt, warum ich nicht zufrieden bin, mit dem heutigen Tag und dem Leben allgemein, mit meinen Mitmenschen, meinem Umfeld, meiner Beziehung, meinem Aussehen, einfach mit allem. Ich suche und suche und grüble und je länger ich überlege, desto beschissener geht es mir und desto mehr frage ich mich, warum.

Das Ganze geht so weit, dass ich damit beginne, Fehler in meinem Privatleben zu suchen, wo keine sind, alte Wunden neu aufzureissen, mein Selbstbewusstsein zu eliminieren und schliesslich frustriert am Laptop sitzend google „warum geht es mir schlecht ohne Grund“.

Natürlich finde ich nur irgendwelche Forumsbeiträge von fadenscheinigen Problemen mit doofen Antworten, von Beziehungsratgebern über Selbsttests zu einer Depression bis hin zu so gut gemeinten, wie schlechten Tipps (Geh spazieren, iss Schokolade…). Schliesslich stosse ich aber trotzdem noch auf eine Seite, die mir hilft. Ich lese nicht den ganzen Artikel, aber ich lese diese Sätze: „Grübeln über deine schlechte Stimmung wird sie bloss verstärken“ und „Entscheidend ist nicht, wie es dir geht, sondern wie du damit umgehst“. Ich halte einen Augenblick inne und versuche das zu kapieren und siehe da: Irgendwie stimmt das. Ich könnte doch auch einfach damit aufhören, nur nach Gründen zu suchen, warum es mir schlecht geht und was anderes machen.

Ich habe also meinen Elefanten Onsie angezogen, mich unter die Bettdecke gekuschelt, mir einen Tee gemacht, zwei Postkarten aufgehängt und schaue mir jetzt entweder den Tatort an oder lese noch ein wenig, bevor ich nachher schlafen gehe. Meine Stimmung hat sich zwar nicht gross verändert, aber es ist schon wesentlich angenehmer das zu tun, als mit Tränen in den Augen auf dem Sofa zu sitzen und mich zu fragen, warum ich so unglücklich bin.

Das nächste Mal, wenn das passiert, werde ich versuchen, mich daran zu erinnern.

Die Entwicklung der Rolle des weiblichen Körpers in der Kunstgeschichte unter dem Blickwinkel des Feminismus

alexandramarzella
Bildquelle: Alexandra Marzella

Kaum hat das Semester angefangen, winken auch schon wieder die ersten Abgabefristen. Ich haue also die nächsten Tage und Wochen fleissig in die Tasten. Da ich das aber auch schon vor den Semesterferien gemacht habe, gibt es jetzt hier die einzige Arbeit, die ich voller Elan und Herzblut geschrieben habe. Zum ersten Mal ging es dabei nämlich um ein Thema, dem ich mich tatsächlich uneingeschränkt brennend widmen kann: Feminismus.

Vermutlich kann ich mich glücklich schätzen, dass meine Dozentin eine Frau und vermutlich der gleichen Überzeugung erlegen ist; sonst hätte die Arbeit vielleicht auch anders enden und ich verzweifeln können. So jedoch, kam dabei was ganz Interessantes raus.

Lest es hier, wenn ihr Bock habt: Die Entwicklung der Rolle des weiblichen Körpers in der Kunstgeschichte unter dem Blickwinkel des Feminismus

Lisa

 

 

Elefant sucht Maus

Elenfant sucht Maus

Wieso findet man eigentlich nie das, was man gerade sucht?!

Damit meine ich gerade nicht die grosse Liebe, obwohl’s bei der auch nicht anders ist. Nein, ich suche meine Maus, die Maus für meine rechte Hand, für den Laptop, mit der man so viel besser arbeiten kann, als nur mit diesem eigebauten Trackpad.
Ich will doch nur etwas in Form bringen, hin- und herschieben, und es dann so platzieren, dass es passt und das wäre so verdammt einfach, wenn ich nur diese Maus hätte, diese vermaledeite, kleine Maus für meine rechte Hand, aber NEIN, NEIN, ich finde sie nicht, und ich wühle und suche und wühle und suche und stelle mein ganzes Zimmer auf den Kopf und alles wird immer unübersichtlicher und ich finde immer mehr Dinge, die ich nicht brauche und auch schon längere Zeit nicht mehr gesucht habe und vermutlich nie mehr suchen werde – Dinge wie dieses Handy, dass ich mir mal aus Grössenwahn gekauft hatte, als ich dachte es wäre vielleicht gut ein zweites Handy zu haben, damit ich nicht allen Menschen meine richtige Nummer geben muss, aber eben doch eine, unter der man mich erreichen kann, aber eben nicht privat, sondern geschäftlich, so dass ich immer weiss, ob ich jetzt nett klingen muss, oder etwas Höfliches sagen muss, oder ob ich überhaupt in der Verfassung bin einen solchen Anruf von so jemand halbfremdem anzunehmen. Auf dieses zweite Handy rief jedoch nie jemand an – weil ich die Visitenkarten auf denen die Nummer stand, immer zuhause vergessen habe und sie mir dann irgendwann, vermutlich als ich meine Computermaus suchte, in die Hände gelangten und mir nicht mehr gefielen. Besagtes Handy also lag immer nur herum und der Akku entleerte sich immer wieder und irgendwann lud ich ihn nicht mehr, weil ja eh keiner anrief und ich ja ein anderes Handy hatte, das ich auch tatsächlich benutzte, und dessen Nummer ich mittlerweile auch an geschäftliche Bekannte weitergegeben hatte, da ich meine Visitenkarten immer vergessen und die Zweitnummer nie auswendig gewusst hatte.

Jetzt liegt es also in der Elektronikschachtel ganz zuunterst und macht nichts, ausser mal Geld gekostet zu haben und mich daran zu erinnern, wie gut meine Geschäftsideen funktionieren.
Aber das hilft mir nun merklich wenig auf meiner Suche nach der Maus, dieser Maus, dieser kleinen, süssen Maus, die ich meiner Erinnerung nach mal preisgünstig erstanden hatte, und die ich eigentlich sehr mag. Jetzt, wo sie mir so unerreichbar scheint, sehe ich sie förmlich vor mir, mit ihren geschwungenen Linien, ihren Kurven und dem kleinen Rädchen in der Mitte, mit dem man so wunderbar schnell scrollen konnte. Ein wahres Vergnügen, dieses Endlossscrollen und das Anstupsen des Rädleins und das Nachlaufen lassen und dann das Stoppen und wieder Zurückscrollen, eine riesen Freude im Schlund einer Endlospage. Ich höre und fühle förmlich das feine Klackern unter meiner Hand, das die Maus von sich gäbe, wenn ich an diesem Rädlein drehte, oh, ich will diese Maus, wo ist sie bloss?! Fast schon fühle ich den weichen Gummi unter meinem Daumen, der mir einen Halt gibt, den mir ein Trackpad nie und nimmer geben könnte. Dieses Trackpad, dieses flache, in den Laptop eingelassene Ding ohne Charakter, dass sich der Handform nicht anpasst und keinerlei Einbuchtungen für die Fingerkuppen besitzt, ein kühles, viel zu nüchtern designtes Objekt, aalglatt, einfach ohne Herz.
Ich halte inne. Mittlerweile sitze ich in meinem Onepiece mit Elefantenmütze auf dem Holzboden in der Mitte meines Zimmers, um mich herum verteilt alle möglichen Elektronikartikel, Ladekabel und Blätter (wie die hierhergekommen sind, weiss ich nicht genau, aber vermutlich habe ich sie beim verzwiefelten Herumwirbeln und Fluchen vom Tisch gestossen, bevor ich dann verzweifelt zusammenbrach und sie – wie es sich bei einer ordentlichen Verwüstung gehört – wie vom Himmel herab auf mich niedersegelten). Gerade fällt mir ein, dass ich auch mein Tablet mit dem dazugehörigen Stift schon länger nicht mehr gesehen habe. Ich robbe durch Berge von durchstöbertem Material zu einer Kiste unter meinem Pult, in dem ich das Tablet immer aufbewahre. Sie ist, abgesehen von ein paar externen Festplatten, einer Laptopsleeve und 15 Hüllen für ein mittlerweile schon seit 5 Jahren weiterverkauftes iPhone, leer. Ich hebe eine Hülle hoch. Sie ist sehr schön. Ich werde sie noch ein bisschen behalten, auch wenn ich sie nicht brauchen kann. Das mache ich mit meinen Katzen und den Kondomen ja schliesslich auch so.
Die Maus bleibt immer noch verschollen. Aber mir geht langsam ein Lichtlein auf. Ich glaube nun zu wissen, dass sie sich zusammen mit dem Tablet an einem sicheren Ort befindet, an den ich die beiden vor nicht all zu langer Zeit zum Arbeiten hingebracht habe. Ich war dann auch sehr diszipliniert zwei Mal in der Woche für eine halbe Woche da und habe gearbeitet, dann hatte ich aber keine Zeit mehr.
Nach reichlich Überlegung bleibt mir also nichts anderes übrig, als ohne Maus weiterzumachen. 

Ich mache also nicht weiter. Stattdessen hole ich eine Katze aus dem Wintergarten und lege mich ins Bett. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

PNS (Postnational Syndrom)

Nach vier Nächten voller Berührungen an Herz und Seele mit Worten und Lippen, sitze ich nun im Zug nach Hause, um mich herum einige Mitleidende, die dabei helfen, sanfter auf den Boden des realen Lebens zurückzufinden.
Dinge, die mich nicht loslassen wollen: Liebende, die sich gefunden haben. Manchmal macht mich das Glück anderer glücklicher, als mein eigenes. Was gibt es denn Schöneres, als zu sehen, wie Leute, die du liebst, sich noch viel mehr geben können, nur weil sie jetzt zu zweit sind? Da will ich weinen vor Freude und es jedem zurufen.
Die Sonne. Was war das für ein warmer National. Manchmal schien sie mir direkt in die Seele. Durch all die Rauchschwaden und Whiskeyfahnen hindurch.
Menschen, die ein Stück meines Herzens haben, mit denen etwas entstanden ist, da ist, das man nicht steuern kann, nicht fassen kann, weil das keinen Sinn hätte, weil es die Situation nicht will. Liebe, die nicht stark genug ist, um zu drängeln, doch nicht schwach genug, um zu versiegen. Ein feiner Rinnsahl von etwas Purem, manchmal von zu feinen Winden verweht.

Gefühle! So viele Gefühle!

Gefühle, die im normalen Alltag einfach keinen Platz haben, weil sie so dumm sind, so willkürlich und so klein, weil sie unsinnig sind und nicht in eine Struktur hinein passen, weil sie nichts dazu beitragen, den Alltag besser zu machen, weil sie einen nur zur Verzweiflung treiben würden, weil ich sterben würde vor innerer Zerrissenheit, vor Liebe und Schmerz, vor Zurückweisung und Verehrung, vor Glück und Freudentaumel.

Aber beim National dürfen sie sein. Und beim National sind sie auch immer. Und deswegen ist der National so wunderbar und der Montag danach so fürchterlich. Genau deswegen.

Und wegen dem vielen Alkohol.